In den Weißen Bergen

Arádena - Die atemberaubende Wilde  

Als Naturerlebnis gehört die Arádena-Schlucht zu den eindrucksvollsten Wanderungen in der Sfakiá. Nachdem wir die 1986 erbaute Brücke überquert haben, beginnt unser Weg im verlassenden Dorf von Arádena, dessen Ruinen die Geschichten längst vergangener Zeiten erzählen und gleichzeitig einen unverfälschten Eindruck der traditionellen Bauweise der Region geben. Eine sehenswerte Kreuzkuppelkirche ist dort eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude, während hier und dort in den letzten Jahren einige der alten Gebäude auch wieder restauriert werden. Wir durchwandern das Dorf und begeben uns am hinteren Ortsrand auf den gut gepflasterten Kalderimi (bis 1986 (!) die einzige Verbindung Arádenas zu den Nachbardörfern), der uns in die Schlucht hinabführt. Unser Weg führt im Bachbett unter der Brücke her, die sich in 138m Höhe zwischen den Schluchtwänden aufspannt. Der Weg im Bachbett führt sanft bergab. Im weiteren Verlauf gilt es das Gefälle der Schlucht über einige größere Felsblöcke teils mit Zuhilfenahme der Hände und ein wenig Kletterei zu überwinden. 

Im mittleren Teil der Schlucht führt ein vor einigen Jahren angelegter Kalderimi am rechten Schluchtrand vorbei. Diesem folgen wir, um einige große Felsblöcke sicher umgehen zu können. Der Weg erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und erlaubt einen wundervollen Einblick in die Schlucht. Diese weitet sich unmittelbar, nachdem uns der Weg wieder in das Bachbett geführt hat. In der Höhe erblicken wir zuweilen Gänsegeier ihre Bahnen ziehen, und eine Stille breitet sich in der Weite aus. 

Ein wenig später wechselt die Umgebung, und wir befinden uns in einem Teil der Schlucht, der dicht mit Oleander und Mönchspfeffer bewachsen ist. Der Weg verläuft im Wechsel von Pfad und einigen weiteren Kraxeleien über Felsblöcke die Schlucht hinab, bevor sich die Schlucht endgültig weitet und zum Meer hin öffnet. Wir gelangen in die Bucht von Mármara, die uns mit glasklarem Wasser, marmornen Felsen, kleinen Buchten und Höhlen erwartet. Dort haben wir die Gelegenheit in das kristallene Wasser einzutauchen, zu rasten oder in der kleinen Taverne in der Höhe über dem Strand einzukehren. Per Taxi-Boot erfolgt später unsere Rückkehr entlang der Küste zurück nach Chora Sfakion.

körperliche Verfassung: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Ausdauer

Schwierigkeitsgrad:        ↕️ 760 m; 15,4 km; schwierig

Dauer:                               3:30 h

Mondlandung Páchnes 

Der Páchnes ist der zweithöchste Berg (2.453m) Kretas. Die Anfahrt erfolgt mit Allrad-Pickups auf einer Forst- und Hirtenpiste. Wir verlassen das Bergdorf Anopolis und nehmen für ein paar Stunden Abschied von der Zivilisation. Die Route am Rande der Lefká Ori, des gewaltigsten Bergmassivs Kretas führt uns etwa 90 Minuten quer durch die Weißen Berge. Sie endet etwa 2km vor dem Pass Roussiés (2.050m). Von dort steigen wir die ca. 5km zum Gipfel auf. Oben bietet sich ein überwältigender Rundblick auf die Berge und die Landschaft im Umkreis. Weit drüben im Osten grüßt der meist schneebedeckte Gipfel des 80km entfernten Psilorítis. Bei guter Witterung können wir vielleicht sogar den Gipfel des Profitis Ilias im Taygetos auf dem Peloponnes ausmachen. Nach einer kurzen Rast treten wir den Rückweg an. Es mag uns ein wenig schwer fallen aufzustehen und zurückzukehren; nicht weil der Weg besonders beschwerlich wäre, sondern weil wir ahnen, dass in unserem schnellen Leben soeben ein kostbarer Moment des Innehaltens verstrichen ist.

Der zentrale Teil der Lefká Ori bildet mit fast durchgängigen Höhen von über 2000 m eine edaphische Hochwüste. Zwar fallen besonders zur kalten Jahreszeit ausreichend Niederschläge, doch mit der Schneeschmelze versickert alles Wasser sofort im Boden, so dass die normalerweise in dieser Höhe zu findende Vegetation (wie zum Beispiel im gleich hohen benachbarten Idagebirge) nicht gedeihen kann. Der kristalline Kalkstein dieses Gebietes ist extrem erosionsanfällig. Die zentrale Gipfelregion der Lefká Ori zählt zu den wenigen europäischen Wüstengebieten. Da diese Wanderung extrem witterungsabhängig ist und nach starkem Schneefall im Winter auch im Mai ggf. nicht passierbar ist, werden wir evtl. alternativ einen der vielen anderen Gipfel besteigen. 

körperliche Verfassung: Trittsicherheit, Ausdauer    

Schwierigkeitsgrad:        ↕️ 403hm; 10km; mittel

Dauer:                               3:30 h

Bergwelten Sfakia 

Ágios Ioánnis ist ein Bergdorf in den Lefká Óri auf einer Höhe von 775 m. Ein von Lesesteinmauern eingefasster Pfad führt uns von dort in ca. 1 h durch einen lichten Wald aus Zypressen und Kalabrischen Kiefern nach Seloúda, eine Abbruchkante auf 540 m. Ein traumhafter Ausblick auf die Küstenlandschaft der Südküste eröffnet sich - tief unter uns das Libysche Meer und in der Ferne im Westen Agía Rouméli. Nach einer kontemplativen Rast und einer Atempause zum Thema „Leichtigkeit und Freiheit“ kehren wir auf gleichem Weg über das verkarstete Plateau nach Ágios Ioánnis zurück.

​

Anópoli ist eine langgestreckte Siedlung auf der Ebene hoch über Chóra Sfakíon mit einem fantastischen Blick auf die Lefká Óri. Am Dorfplatz steht das Denkmal des berühmten Widerstandskämpfers Daskalogiannis. Hier werden wir in der Taverne gemeinsam traditionell zubereitete Speisen genießen. Zum Abschluss führt uns ein Fußweg durch den Ort zur exponiert hoch über der Küste gelegenen Kirche Agía Ekateríni und ermöglicht uns einen herrlichen Ausblick über die gesamte Region.

Schwierigkeitsgrad:        ↕️ 215hm; 4,4km (hin/zurück); mittel

Dauer:                               2h

Das Leben der Hirten in den Weissen Bergen 

Die Sfakia ist eine Region der Extreme. Die Weißen Berge sind das wildeste und unzugänglichste Gebirge auf Kreta. 57 Gipfel ragen über 2000 Meter auf, der höchste Gipfel Pachnes bringt es auf 2453 Meter. In den Hochtälern erstrecken sich die Weidegebiete (Madáres), auf denen die Hirten im Sommer seit Urzeiten ihre Schafherden grasen ließen. In den Gipfelregionen oberhalb der Madáres erstreckt sich die einzige Hochgebirgswüste Europas. 

Die Herstellung traditioneller und für die Region typischer Käse findet hier oben statt, allen voran der Bergkäse Graviera, der bekannteste kretische Hartkäse.

Impressum - Datenschutzerklärung

© Copyright Thomas & Savina Chamalidis 2017 -  Alle Inhalte der Website unterliegen dem Urheberrecht.

Bildet techn. Cookie, das Verweigerung kennz,, es wird nicht mehr nachgefragt.

Entfernt das Zustimmungscookie aus Ihrem Browser.

This website uses cookies. For more details please read our data protection declaration.

Diese Website verwendet Cookies. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für Details.

OK